Im schlechten Licht der letzten Glühbirne

Ich hab unter der Woche einen Text liegen lassen. Der wabert jetzt unter dem schnittigen, treffendem Namen „Untitled“ in meinen Drafts und sucht irgendwie nach Bedeutung. Treffende Analogie auf mich eigentlich. Ich glaub ich lass ihn noch eine Weile untitled. Vielleicht ergibt sich ja aus einem 5-Uhr-Spaziergang aufgrund von „ohne Fremdeinwirkung zu früh wach geworden“ noch irgendetwas. Wird ja auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

Was bleibt von einer Woche, die ich weitgehend sozialfrei und freiwillig emotional eingeschränkt verbracht habe? Sehr wenig und noch weniger von Bedeutung. Und eigentlich nicht mal echte Entspannung. Alles in allem nicht das, was ich als erfolgreich bezeichnen würde – oder mir als cool oder in irgendeiner Form speziell im Gedächtnis geblieben wäre.

Vielleicht fällt es im schlechten Licht der letzten noch funktionierenden Glühbirne im Wohnzimmer extra schwer, gut aufgelegt, beschwingt und mit einer gewissen Leichtfüßigkeit gesegnet nicht nur durch Leben, sondern auch durch die Texte zu gehen. Who knows. Vielleicht sollte ich mich auch einfach der Tatsache erfreuen, dass ich ein auf dem Papier wahnsinnig schönes Wochenende hatte. Aktiv bis zur körperlichen Müdigkeit – und fast durchgängig umgeben von Menschen, die mir in der Not ihr letztes Hemd geben würden und sich einfach nur daran erfreuen, dass es mich gibt.

Das ist das Licht, auf das ich mich jetzt konzentrieren sollte. Und konzentrieren werde. Auf dass ich in dieser neuen Woche wieder mehr dieser Momente wahrnehme, die es wert sind, direkt in Textform zu gießen.

Music of the day:

  • Radiohead – Kid A
  • Tristan Brusch – Das Paradies
  • Casper – Hin zur Sonne

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