Funken

Was bedeutet Frieden?

Ich könnte jetzt darüber schreiben, dass es bedeutet, all die Wut und den Hass in der Welt wieder in etwas Positives, Gemeinsames zu wandeln. Ein globales Verständnis von Gemeinschaft, eine Idee eines lebenswerten Lebens vom Handwerker in Gambia über den Garküchen-Betreiber in Sri Lanka bis hin zum Startup-Gründer in Friedrichshain zu etablieren – und umzusetzen.

Irgendwann komme ich hoffentlich dazu. Ich will irgendwann dazu kommen und darüber schreiben. Ich bin aber noch nicht so weit. Und die Bedeutung ist für mich gerade eine andere. Simpler, mehr auf mich bezogen.

Frieden ist für mich gerade, auf meiner Terrasse zu sitzen und die 86. Wiederholung der Harry Potter-Hörbücher zu hören (nicht übertrieben – oder wenn dann nur minimal). Nach einem selbst zubereiteten Essen, für das ich mir endlich mal wieder Zeit nehmen konnte. Nachdem ich mich, einfach weil ich es konnte und wollte, am frühen Abend für eine halbe Stunde hingelegt hatte.

Neben mir brennt das Feuer im Kamin. Die Funken schlagen wie hunderte, leidenschaftliche Glühwürmchen, die jede Sekunde wie den letzten erstrahlen lassen. Es ist die Erinnerung an diesen lauen Sommerabend vor ein paar Jahren, den ich nie vergessen möchte und mir immer mal wieder vor meinem inneren Auge ins Gedächtnis rufe, wenn ich ganz dringend ein bisschen Abstand, ein bisschen happy place brauche. Und mich versichern möchte, dass es an diesem räudigen, wunderbaren, schwierigen, mysteriösen, realen Ort Erde so viel gibt, für das man einfach da sein sollte.

Einfach da sein reicht. Die Funken besorgen den Rest.

Music of the day:

  • Anna von Hausswolff – All Thoughts Fly
  • Grimes – Miss Anthropocene
  • Lorde – Melodrama
  • Tame Impala – The Slow Rush

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